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08. Dezember 2016

GIS in der katholischen Kirche

Mit intelligenten Karten gegen den Klimawandel

 

Ein digitales Kartenportal von Esri zeigt der katholischen Kirche, wo der Klimawandel künftig ihre Gemeinden bedroht. Zugleich erleichtert die Lösung die Verwaltung von Ländereien.

Verstreute Karten in PDF- oder analoger Form in den Diözesen waren gestern. In einem weltweiten Programm überführt die katholische Kirche gerade ihren Kartenbestand in ein modernes, aussagekräftiges Format. NGOs, akademische Einrichtungen, Gemeinden und Esri als Technologieanbieter beteiligen sich am Projekt, das den Namen GoodLands trägt.

Die katholische Kirche will mit dem Vorhaben nicht nur die eigenen Besitztümer effizienter verwalten. Für Papst Franziskus ist der Umweltschutz ein zentrales Anliegen. Seine Enzyklika zur Ökologie brachte das im Mai 2015 nochmal deutlich zum Ausdruck.

Ganzheitliche Zusammenhänge erkennen

Für die Initiatorin und Leiterin des Projekts Molly Burhans war bei der Wahl der Lösung der ganzheitliche Ansatz entscheidend: "Mit der Technologie von Esri können wir wichtige Themen wie Armut, Umweltzerstörung oder den Klimawandel abbilden; Probleme und deren Ursachen lassen sich so identifizieren und ihre Auswirkung auf die Menschen lokalisieren."

Wie die Kirche den ökologischen Bestrebungen gerecht wird, zeigen zwei spannende Anwendungsfälle: Mit Klimamodellen von Esri stellt das Catholic Geographic Information Systems Center (CGISC) auf einer Karte die Gemeinden dar, die unter der globalen Erwärmung besonders leiden. So lässt sich beispielsweise einsehen, wo veränderte Wachstumsperioden Ernteausfälle, Hunger und Armut nach sich ziehen; oder welche Gemeinden Spenden und Bildungsmassnahmen am dringendsten benötigen.

In einem ähnlichen Beispiel versuchten die Projektleiter einer neuen Dimension von Naturkatastrophen zu trotzen: Wettermodelle in ArcGIS sollen in den kommenden Jahren den Diözesen Hurrikans oder anderen Naturkatastrophen vorhersagen. Hilfsgüter und Präventivmassnahmen lassen sich so schneller bereitstellen.

 GIS in der katholischen Kirche

Wie viele Katholiken leben pro Priester in einer bestimmten Region und wie verhält sich diese Zahl zum Durchschnitt? – die interaktiven Karten liefern die Antwort auf einen Blick. Quelle: Esri Inc.

Mittlerweile bildet GoodLands GIS Portal 35'000 Kirchengemeinden in den USA ab. Ob als Einzelperson oder Organisation – gemeinsam entsteht ein Atlas, der den Organisationen Auskunft zu elementaren Bereichen wie der Qualität der Gesundheitsversorgung oder Bildung gibt.