Dynamic
Geofencing

Realtime Data
für autonomes Fahren

Digitale Zäune retten Leben

Die Frage ist nicht ob, sondern wann sich autonomes Fahren durchsetzen wird. Noch wird die neue Technologie mit Skepsis betrachtet, noch löst jede noch so harmlose Schramme, die ein selbstfahrendes Google-Car in San Francisco verursacht, eine alarmierte Diskussion aus. Aber dem autonomen Fahren gehört die Zukunft. Zunächst werden schon jetzt eingeführte Fahrerassistenzsysteme eine immer wichtigere Rolle im automobilen Verkehr spielen. Nach wie vor ist der grösste Unsicherheitsfaktor auf den Strassen der Mensch – und jedes System, das dessen Unberechenbarkeit, seine irrationalen Handlungen, seine Selbstüberschätzung und Fahrlässigkeit korrigiert, wird den Verkehr zum Besseren hin beeinflussen. Vollautonome Fahrsysteme sind hier der anvisierte Endpunkt einer Entwicklung – realisiert werden können sie erst, wenn unsere Strassen und Städte smart geworden sind und mit den Fahrzeugen kommunizieren können. Bis das so weit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Und doch ist es an uns, heute für diese Lösungen zu arbeiten.

Noch ist digitales Fahren Zukunftsmusik. Aber klar ist: wenn die Technologie kommt, ist Sicherheit die wichtigste Herausforderung. Esri liefert dazu einen entscheidenden Baustein.


Gemeinsam Visionen entwickeln

In Kooperation mit Microsoft und dem Engineeringpartner der Automobilindustrie IAV präsentierte Esri auf der Hannover Messe ein Konzept, das einmal ein entscheidender Baustein werden könnte, autonomes Fahren sicherer zu machen. Kern dieser Zusammenarbeit ist ein Projekt von Microsoft und IAV. Dabei geht es darum, wie Unfälle in Städten vermieden werden können. Ampeln spielen in diesem Modell eine entscheidende Rolle. Sie fungieren als Datendrehscheibe. Nähert sich ein Fussgänger oder Radfahrer mit einem Wearable oder Smartphone einer Ampel, kann diese das an ein sich näherndes Auto mitteilen. Ebenso wie Rot- oder Grünphasen oder sonstige Gefahrenquellen. Der Fahrer wird gewarnt, in einem nächsten Schritt der Automatisierung kann auch das Auto selbsttätig die Geschwindigkeit reduzieren.

Das Problem: Diese Art von Fahrerassistenzsystem funktioniert über Funk- und Sensortechnologie, das Auto muss sich dafür in Reich- und Sichtweite des Objekts befinden. Im Sinne des vorausschauenden Fahrens ist dies im Augenblick noch eines der grossen Mankos. Sensoren, Radarsystem, Stereo- und Monokameras: All das ist sehr sinnvoll. Aber sobald man um die Ecke fährt oder sich ein Hindernis zwischen dem Fahrzeug und dem gefährdeten Objekt befindet, ist eine 100%ige Funktion nicht immer gewährleistet.

Da Sensortechnik nur im Sichtbereich funktioniert, braucht sie eine smarte Ergänzung. Wir arbeiten daran.

Eine Aufgabe: Wahrscheinlichkeiten für ein erhöhtes Risiko bestimmen – und dadurch Schäden verringern


Dynamic Geofencing

Die Idee

An dieser Stelle kommt Esri ins Spiel. In Zusammenarbeit mit Microsoft wurde ein Konzept entwickelt, wie Geoinformationssysteme hier einen entscheidenden Beitrag liefern können. Eine Idee heisst „Dynamic Geofencing“ – ein virtueller Zaun, der entweder permanent oder in Echtzeit um potenzielle Gefahrenstellen herum errichtet wird und sich nähernde Fahrzeuge warnt. Folgendes Szenario ist denkbar: In einem Backend werden alle Informationen zu möglichen Gefährdungen gesammelt. Etwa Kreuzungen, die besonders schwer einzusehen sind, Fussgängerübergänge, Ampeln oder, sehr relevant, Bereiche vor Schulen, Kindergärten und Altersheimen. Im Backend, das man sich wie eine angereicherte Strassenkarte vorstellen kann, wird/werden je nach aktueller Gefahrenlage ein oder mehrere Geofence(s) um das riskante Objekt herum gezogen und mit Risiko-Wahrscheinlichkeiten belegt. Das Fahrzeug kann nun über mehrere Möglichkeiten mit dem Backend kommunizieren. Entweder wird die Route des mobilen Navigationsgeräts übertragen, oder aber das System errechnet – aufgrund bereits gefahrener oder besonders beliebter Wege – die Wahrscheinlichkeit, dass das Fahrzeug auf das riskante Objekt trifft. Auf jeden Fall ergibt sich so die Möglichkeit, gefährliche Situationen bereits frühzeitig im Vorfeld – also noch vor dem Funk- oder Sichtkontakt –zu erkennen. Klar ist jedoch auch, dass im Nahbereich weiterhin die Sensorik im Fahrzeug entscheidet, da diese Technik unmittelbarer ist. Greifen beide Systeme aber ineinander, könnte das das Fahren entscheidend sicherer machen. Das ist eine wichtige Aufgabe, an der wir gerne arbeiten.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der arcAKTUELL 02/2016