Esri Sommercamp 2011 Schweizerischer Nationalpark

Schweizer Mittelschülerinnen und Mittelschüler forschen zum vierten Mal unter professioneller Leitung im Nationalpark. Ein spezieller Fokus dabei liegt auf der Raumanalyse mit GIS.

Wo gibt es weitere günstig gelegene Rastplätze? Wie hat sich die Waldfläche in den letzten 23 Jahren verändert? Wie weit entfernt sind sich Steinbockpaare in den verschiedenen Jahreszeiten?

Diesen und weiteren Fragen wurde im vierten Esri Sommercamp im Schweizerischen Nationalpark nachgegangen. Während einer Woche haben 18 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aus der ganzen Schweiz ein kleines Forschungsprojekt geplant, Felddaten erhoben und diese mit bestehenden Raumdaten kombiniert. Mit den Resultaten aus der Analyse wurde ein Poster gestaltet, welches in einer Ausstellung interessierten Parkbesucherinnen und Besuchern, sowie den Mitarbeitenden des Schweizerischen Nationalparks präsentiert wurde.

Betreut wurden die Teilnehmenden durch drei Mitarbeiter der Esri Schweiz AG, vier Mitarbeitende des Schweizerischen Nationalparks und zwei Praktikanten, beides selbst ehemalige Camp Teilnehmer. Diese gute Betreuungslage und das breite Wissen des Leiterteams ermöglichte trotz garstigen Wetterbedingungen zu Beginn des Sommercamps spannende Projekt- und Feldarbeit. Dabei wurde in diesem Jahr ein verstärkter Fokus auf die Raumanalyse gelegt. Das Feldprojekt besass eher verifizierenden Charakter.

Nach einem spielerischen Einstieg in das Thema mobiles GIS und die Bedienung der Handheld-Gerätschaften mit Geocaching, ging es ab Montag richtig los. Bestehende Daten wurden gesichtet, Forschungsfragen definiert, geeignete Methoden evaluiert und schliesslich das Datenmodell für ein Feldprojekt abgeleitet. Während der Analyse der bestehenden Raumdaten wurden unter anderem Dichtekarten ausgewählter Huftierarten gerechnet, Distanzen zwischen Steinbockindividuen gemessen, Waldflächen vermessen und weitere Flächen unterschiedlichster Parameter gerechnet.

Mitte der Woche liess die Schneehöhe, welche zuvor die Arbeit im Park unmöglich gemacht hatte, endlich auch Feldarbeit zu. Die Forschungsgruppen begaben sich in ihre Untersuchungsgebiete, unter anderem ausgerüstet mit GPS-Handheld, Feldstechern und Fernrohren, einem Rangefinder und einer gehörigen Portion Bewegungs- und Forscherdrang.

Während der Feldarbeit wurden bestehende Rastplätze mittels GPS eingemessen und weitere forschungsrelevante Attributdaten aufgenommen. Steinböcke wurden gesucht, sowie deren Position auf das Handheld Gerät übertragen. Alternativ konnte mit einem Rangefinder über Entfernung, Azimut und Neigung sowie Position des Wildtierbeobachtenden eine relativ genaue Positionsangabe des Wildtieres gemacht werden. An Waldrändern wurde bestimmt, ob ein Gebiet zum zuvor operationalisierten "Waldgebiet" gezählt werden kann. Im Wald selbst wurde versucht, Totholz zu quantifizieren. Das Tragen einer Schutzweste erlaubte den Nachwuchsforschenden ein Vordringen an Orte, die dem normalen Parkbesucher verwehrt bleiben.

Die Resultate wurden von der Gruppe in Form von Kurzvorträgen präsentiert, sowie samstags vor dem Nationalparkzentrum ausgestellt.

Die Arbeit an den Projekten war intensiv. Dennoch gab es zahlreiche Gelegenheiten, das Freizeitangebot zu nutzen. Gemeinsame Spielabende, einen Grillabend mit Dessert-Geocaching, der Ausflug ins Familienbad in Zernez oder die Tageswanderungen mit nicht alltäglichen Wildtierbeobachtungen motivierten für die nächste Sitzung im Computerraum.

Die Wetterkapriolen, das motivierte Mitmachen durch die Teilnehmenden, die tatkräftige Unterstützung durch die Praktikanten und die perfekte und höchst professionelle Unterstützung seitens des Rauminformationsteam des Parks um Ruedi Haller, machten das Esri Sommercamp 2011 zu einem durchweg positiven Erlebnis.

Eine Auswahl erstellter Karten: